Dromec und Gleistein ziehen die Fäden
Wenn es zwei Unternehmen gibt, die in ihren jeweiligen Branchen die Fäden ziehen, dann sind es Dromec und Gleistein. Das eine Unternehmen ist auf Antriebe und Winden spezialisiert, das andere auf Seile, Leinen und Kabel aller Art. Dromec wurde beauftragt, zwei neue, hochmoderne Prüfstände für sein Seilwerk in der Slowakei zu entwickeln. Ohne die richtige Spannung gibt es keine Qualität.
Gleistein, ein deutsches Unternehmen, das 2024 sein 200-jähriges Bestehen feiern möchte, ist der zweitgrößte Seilhersteller Europas. Das Familienunternehmen, das mittlerweile in achter Generation geführt wird, produziert Seile für Anwendungen in den Bereichen Offshore, Schifffahrt, Schwerlast- und Industrieheben, Wassersport und Spielplätze. Täglich werden an den Produktionsstandorten in Bremen und der Slowakei über 45 Kilometer Seil abgerollt. Das Unternehmen bietet über 5.000 verschiedene Seiltypen mit Durchmessern von 0,3 bis über 360 Millimetern an.
Vordehnung
„Ein neu produziertes Seil muss sich erst durch den Gebrauch versteifen“, erklärt Eerde Warnaar, Senior Application Engineer und Business Developer bei Gleistein. „Unter Spannung dehnt sich das Seil leicht. Ein Material wie Nylon kann sich um bis zu 18 Prozent dehnen. Manche Kunden fordern eine maximale Toleranz von einem Zentimeter. Daher müssen wir die Dehnung bei einer bestimmten Zugkraft (die sogenannte Vordehnung) exakt berechnen und diese dann auf die gewünschte Seillänge korrigieren.“
Messen ist Wissen. Zur Analyse der Vordehnung verfügt Gleistein über zwei extrem schwere Prüfstände mit einem Gewicht von 300 bzw. 30 Tonnen. Das Unternehmen hat zwei neue Prüfstände von Dromec bestellt: einen mit 100 bzw. 10 Tonnen. Diese sind vollständig kundenspezifisch konstruiert, mit volldigitaler Programmierung und automatischen Winden. Die Software lässt sich auch fernsteuern und programmieren. Dies ist hilfreich, falls es zu einer Systemstörung kommt. Ein Laser misst Längen und Zugkräfte präzise und fehlerfrei.
Seilbruchanalyse
„Diese Prüfstände bieten auch eine Lösung zur Ermittlung der Ursachen von Seilbrüchen. Wir reparieren gebrochene Seile, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll und technisch machbar ist. Litzen können gespleißt und verknotet werden. Kein Seil gleicht dem anderen, ganz zu schweigen von seinen Einsatzgebieten. Jedes Seil hat seine eigene, einzigartige Konstruktion und besteht aus unterschiedlichen Materialien.“
Dass Dromec den Auftrag erhielt, war keine Überraschung. „Gleistein hat bereits zuvor große Winden und Spulen in Rhenen fertigen lassen. Ich kenne Cees Drost, den Geschäftsführer von Dromec, seit fünfzehn Jahren. Der Service ist stets exzellent. Sie arbeiten eng mit dem Kunden zusammen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln. Das schafft immer Vertrauen und Zufriedenheit.“ Die Entwicklung der Prüfstände dauerte vierzehn Tage, die Konstruktion drei Monate.
